Die Verkehrswende gemeinsam realisieren

Wie realisieren wir die Verkehrswende im Schulterschluss? Was eint uns als Branche? Wofür stehen wir gemeinsam ein? Und überhaupt: Was wäre, wenn wir bei der Verkehrswende dieselbe Einigkeit und Entschlossenheit an den Tag legen könnten, wie wir es beim gemeinsamen Einsatz für den Rettungsschirm getan haben?

Keine Frage – die Themen und Herausforderungen, die regiosignale 2021 als zentraler Branchentreff des Nahverkehrs in diesem Herbst zur Debatte stellt, haben es in sich. Das gilt allerdings auch für die Perspektiven und Lösungsangebote und erst recht für die Referent:innen, die sie präsentieren: 

Anke Rehlinger, Saarlands Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, wirft in ihrer Keynote zur Eröffnung der regiosignale einen politischen Blick auf die aktuelle Marktsituation im ÖPNV. Dabei wird sie auch erläutern, welche Perspektiven sich für den ÖPNV ergeben, wenn er nicht mehr unter dem Rettungsschirm fährt. Im Anschluss spricht sie gemeinsam mit Berthold Huber, DB Vorstand Personenverkehr, über die entscheidenden Faktoren für die Notwendigkeit und das Gelingen der Verkehrswende.

Externe Impulse gibt es in diesem Jahr beispielsweise durch Wirtschaftsautor Wolf Lotter, der in seinem Vortrag erörtert, wie man über Zusammenhänge wieder lernen kann, die Welt zu verstehen. Alessandro Brandolisio, als Innovationsstratege für Kunden wie Intel, Deutsche Telekom oder das Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig, blickt hingegen noch ein Stück weiter nach vorne: Er zeigt nicht nur, wie AI im Nahverkehr eingebracht werden könnte, sondern er-läutert auch, wie Künstliche Intelligenz helfen kann, die globalen Herausforderungen der Gegenwart zu lösen.

DREI, ZWEI EINS – MEINS: SO SCHAFFEN WIR DIE DIGITALE VERNETZUNG

Ganz so weit lehnen sich Knut Ringat (RMV), Thorsten Müller (SPNV-Nord), Oliver Wolff (VDV) und Kalle Greven (DB New Mobility) bei „Drei, zwei, eins – meins: So schaffen wir die bundesweite digitale Vernetzung“ zwar nicht aus dem Fenster. Dafür können sich Zuhörer:innen der gemeinsam mit Jörg Puzicha (rms), Ulf Middelberg (LVV) und Johann von Aweyden (Deutschlandta-rifverbund) bestrittenen Podiumsdiskussion aber schon jetzt auf ein umfassendes Update in Sachen digitale Vernetzung, gemeinsamer Vertrieb und Ticketing freuen.

Einen detaillierten Einblick in die jüngste Entwicklung klimafreundlicher und zugleich smarter Mobilitätslösungen bieten die Veranstaltungsreihen im Dialogforum, auf der Inspirationsbühne und im Blickpunkt. Hier nehmen die Referent:innen ihr Publikum in eine dieselfreie Zukunft mit, erörtern das Potenzial digitaler Bedarfsverkehre, werfen einen Blick in die straßengebundene Mobilität der Zukunft oder erklären, warum die Straßenkante eigentlich der längste Bahnsteig einer Stadt ist.

Wer sich schon immer gefragt hat, ob die neuen Angebote überhaupt mit den althergebrachten Verkehrsverträgen zusammenpassen, ist bei Susanne Henckel und Jörg Sandvoß richtig. In der Blickpunkt-Veranstaltung „Verkehrsverträge und Mobilitätswende: Sind wir darauf vorberei-tet?“ lotet die Geschäftsführerin des VBB gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB Regio AG aus, welche Rolle Verkehrsverträge bei der Umsetzung der Verkehrswende spielen.

Den Abschluss der regiosignale läutet Julius van de Laar ein, der während des Präsidentschaftswahlkampfs von Barack Obama für die Wählermobilisierung im Schlüsselstaat Ohio verantwortlich war. Der Kampagnen- und Strategieberater zeigt, warum man die Polarisierung nicht scheuen darf, wenn man erfolgreich mobilisieren will.

Ob van de Laars Plädoyer schon in der darauf folgenden Abschlussveranstaltung mit Susanne Henckel, Astrid Klug, Tobias Heinemann und Jörg Sandvoß Gehör findet, wird sich zeigen. Fest steht hingegen, dass das Panel gemeinsam mit dem Publikum festlegen möchte, welche Botschaften die Branche an das neue Verkehrsministerium senden sollte. 

WO? WIE? WAS?

regiosignale 2021 findet am 27.10.2021 als Hybridveranstaltung im Kap Europa statt und wird live gestreamt. Die Akkreditierung öffnet ab 9.30 Uhr, das Programm startet um 11.00 Uhr mit der Keynote von Anke Rehlinger im Plenum. Aufgrund der anhaltenden Pandemie kann die Veranstaltung nur begrenzt vor Ort und im kleinen Rahmen unter 2 G-Bedingungen – also geimpft oder genesen – durchgeführt werden. Alle vor Ort Anwesenden müssen deshalb einen vollständigen Impfstatus oder Corona-Genesenen-Nachweis mitsamt eines Ausweisdokumentes vorweisen können. Somit entfallen nach der Akkreditierung die verpflichtenden AHA-Regeln. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich unter regiosignale-event.de/onlineanmeldung für den Live-Stream des Events anzumelden.