Foto: VRN GmbH

 Verbünde heimsen Awards für Radboxen ein

Plan F zeichnet VRN und VVS für Fahrradabstellanlagen an ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen aus. Wettbewerb soll Wissenstransfer zwischen Kommunen stärken.

Ganz ohne Fahrradschloss, trotzdem gut gesichert und ruck-zuck abgestellt: Die Fellbach.go! radbox begeistert nicht nur radelnde Pendler:innen, die am Bahnhof Fellbach vom Rad in die  S-Bahnen des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) umsteigen. Das Fahrradparkhaus hat auch die Jury von Plan F überzeugt. Sie zeichnete den 16 Meter hohen Turm, in dem 76 Räder einen trockenen Abstellplatz finden, bei der 16. Fahrradkommunalkonferenz in Aachen in der Kategorie „Multimodalität und Nahmobilität“ mit dem Plan F Award aus. 

„Das Fahrradparkhaus vereint bewährte Paternoster-Technik mit ansprechender Architektur bei geringem Platzverbrauch. Nutzer*innen müssen dafür nur die App auf ihrem Smartphone bedienen“, lobten die Juror:innen und hoben vor allem das innovative Zugangssystem per App hervor. 

Tatsächlich genügt schon ein kurzer Druck auf den Buchungs-Button, um eine der 76 Gondeln anzufordern, in denen die Räder geparkt werden. Dass dafür nur eine Fläche in der Größe zweier Parkplätze benötigt wird, kommt am Bahnhof und bei den Kommunen bestens an: Die Flächenkonkurrenz ist groß, Platz vor allem an Mobilitätshubs wie Fellbach Mangelware. 

Geteilter Preis, doppelte Freude 
Den Award teilen sich Fellbach, der VVS und der Verband Region Stuttgart (VRS) mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), der abschließbare Fahrradboxen mit Ladevorrichtung für E-Bikes aufgestellt hat. Nutzer:innen werden online über die aktuelle Auslastung informiert, der Zugang zur VRNradbox erfolgt über ein eigenes Buchungssystem. „Hochwertige und sichere Fahrradabstellanlagen an ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen“, begründete Plan F die Entscheidung, „sind zentral, um die Verknüpfung zwischen Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern und intermodale Wegeketten zu stärken.“ 

Plan F ist ein gemeinschaftliches Projekt von Fair Spaces und FixMyCity und wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) gefördert. Mit dem Award ehrt die Organisation die besten Beispiele aus der kommunalen Praxis und zeigt unterschiedliche Möglichkeiten der Radverkehrsförderung auf. Ihr Credo: „Kommunen müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden, sondern können vieles voneinander lernen.“