hub

 Mobilitätshubs bringen Vielfalt in die Fläche

In manchen Großstädten gibt es sie schon. In ländlichen Regionen könnten Mobilitätshubs noch mehr Nutzen stiften und zu einem Anker der Verkehrswende werden.

Was die Mobilitätsstation am U-Bahnhof „Münchner Freiheit“ verheißt, das bietet sie auch: die Freiheit nämlich, so mobil zu sein, wie es gerade passt und sinnvoll ist. Straßenbahn, U-Bahn und Bus halten hier, es gibt Bike & Ride-Stellplätze, Park & Ride-Parkplätze sowie eine Ladesäule, Carsharing-Autos, Taxen und Mieträder. Eine Einladung an alle Schwabingerinnen und Schwabinger, aufs Auto zu verzichten. Genau das ist auch das Ziel, mit dem der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund die Mobilitätsstationen eingerichtet hat. Insgesamt 17 gibt es in der ganzen Stadt. 

Attraktiv für Fahrgäste und Mobilitätsdienstleister  

Was in München und einigen anderen Metropolen bereits funktioniert, könnte in suburbanen und ländlichen Regionen sogar noch mehr Nutzen stiften und zu einem Anker der Verkehrswende werden, meinen Mobilitätsexperten. Die ideale Voraussetzung wären konzentrierte und dicht getaktete Linienverkehre auf Straße und Schiene sowie On Demand-Verkehre als Zubringer, die in Mobilitätshubs miteinander verknüpft sind. Mit weiteren Angeboten wie etwa Carsharing, Ladesäulen, Radabstellplätzen, E-Scooter- und Bikesharing entstünde ein für Mobilitätsdienstleister wie auch für die Fahrgäste gleichermaßen attraktiver Knotenpunkt. Zugleich würde das dichte und vielfältige Mobilitätsangebot auch in den Randlagen der Großstädte und in ländlichen Regionen eine Alternative zum Auto bieten, sie als Wohnorte und Lebensräume aufwerten. 

Kommunen und Landkreise in der Schlüsselposition

Nach Ansicht von Dr. Thomas Huber, Leiter Innovative Verkehrskonzepte bei DB Regio Bus, braucht es nicht viel, um Mobilitätshubs Wirklichkeit werden zu lassen. Formelle Organisationsformen oder Betreibermodelle hält er nicht für notwendig. Wichtig sei dagegen ein engagiertes Netzwerk, das sich für die Idee stark macht. „In der Schlüsselposition sind dabei die Kommunen und Landkreise“, erläutert Huber. „Sie spielen eine entscheidende Rolle beim Ermöglichen notwendiger Infrastruktur und können am ehesten die Mobilitätsanbieter orchestrieren.“ 

Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer im Mittelpunkt

Huber empfiehlt, Mobilitätshubs in ein Verkehrskonzept einzubetten. Um die richtigen Standorte auszuwählen und die passenden Angebote zu machen, müssten das Mobilitätsverhalten, die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer im Mittelpunkt stehen. Ein gemeinsames Marketing biete dem Netzwerk der Akteure zudem die Chance, Mobilitätshubs zu einem Schaufenster der Verkehrswende werden zu lassen. Auf einer solchen Grundlage seien dann auch die Erfolgsaussichten bei Förderanträgen gut, sagt Huber. Mobilitätshubs passten als eigenes Projekt oder als Baustein anderer Projekte grundsätzlich in viele Förderzusammenhänge. „Es lohnt sich, gemeinsam darüber nachzudenken.“