Foto: Clever Shuttle

 Klare Wachstumsprognose

Ridepooling und Carsharing haben große Potenziale als Alternative zum eigenen Pkw. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI).

Wie werden sich Ridepooling und Carsharing bis zum Ende des Jahrzehnts entwickeln? Diese Frage hat das Fraunhofer ISI im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) untersucht, die sich mir der wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung befasst. Das Ergebnis: Beim Ridepooling, also Sammelverkehren, die typischerweise On Demand erfolgen, geht das Fraunhofer-Team deutschlandweit mindestens von einer Verdopplung bis Verdreifachung des Fahrtenaufkommens aus. Für Kleinstädte und auf dem Land, wo es bisher kaum Ridepooling-Angebote gibt, prognostiziert das Fraunhofer ISI eine Verzwanzigfachung des Angebots.

Verschiedene Szenarien

In ähnlicher Weise wie das Ridepooling wird der Studie zufolge auch das Carsharing wachsen. Wie stark Ridepooling und Carsharing bis 2030 tatsächlich zunehmen werden, hängt von der Entwicklung der Rahmenbedingungen ab, also insbesondere von der Förderung des ÖPNV sowie den Kosten, die für die Nutzung des motorisierten Individualverkehrs anfallen. Die Studie entwickelt dafür unterschiedliche Szenarien. Bei einem deutlich dichteren Angebot und abgesenkten Tarifen einerseits und zunehmenden Belastungen durch den eigenen Pkw andererseits taxiert das Fraunhofer ISI die Steigerung des gemeinsamen Modal Split auf deutschlandlandweit mehr als zwei Prozent, in Metropolen sogar 3,5 Prozent.  

Förderung empfohlen

Beim Ridepooling und Carsharing werden die Fahrzeuge effizienter als der private Pkw genutzt. Beide Services können im Verbund mit dem Linienverkehr zu einem emissionsärmeren und nachhaltigen Mobilitätsverhalten beitragen, stellt die Studie fest und empfiehlt, Ridepooling und Carsharing zu fördern sowie in den ÖPNV zu integrieren.  Besondere Wachstumschancen sieht das Autorenteam im ländlichen Raum, wo Ridepooling und Carsharing noch wenig verbreitet sind, aber das Mobilitätsangebot klar verbessern können.


Die Studie finden Sie unter:

 https://www.e-fi.de/fileadmin/Assets/Studien/2022/StuDIS_10_2022.pdf